© 2016 . Angelika Jansen Keramikdesign . 41379 Brüggen

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Angelika Jansen

Dipl.-Keramikdesignerin (FH)

 

1974-1978 Studium für Design in Krefeld,

Fachbereich Keramik-Design bei Prof. Modigell und Prof. Albrecht.

Seit 1978 selbständig als freischaffende Künstlerin

und Keramikdesignerin.

Lebt und arbeitet in Brüggen/Niederrhein.

 

Ausstellungen

2018   Einzelausstellung Töpfermuseum Duingen, Niedersachsen

2018   Gruppenausstellung ADK-Niederrhein, Dt. Textilmuseum Krefeld

2017   Einzelausstellung Kunstverein Bretten, Baden-Würtemberg

2017   Ausstellung KAUF-ART, Kunstverein Ibbenbüren

2017   MANU FACTUM, 28. Landesausstellung Kunsthandwerk NRW

2016   Ausstellung Museum "Land van Valkenburg", Valkenburg,NL

2015   Ausstellung Galerie Emil G. Maul, Ladenburg

2015   Ausstellung im Städt. Museum Schloss Rheydt

2014   Ausstellung Töpfereimuseum Langerwehe,

           Angelika Jansen vs. Anton van Eyk†

2013   Keramikdesign in der Brachter Mühle, 

           Angelika Jansen vs Anton van Eyk†

2013   MANU FACTUM, 26. Landesausstellung Kunsthandwerk NRW

2012   Ausstellung "Inspiratie bloemen"Limburgs-Museum Venlo, NL

2011   Ausstellung der Preisträger des EUREGIO Keramikpreises, 

           Burg Raeren, Belgien

2011   Keramikgalerie FAITA, Hameln

2011   Einzelausstellung "Irdene Feuergeburten", Burg Brüggen

2010   Präsent 10, Ausstellung der GEDOK-Köln

2010   „Grenzüberschreitung“, KeramiekKringLimburg, 

           Töpfereimuseum Langerwehe

2010   Galerie „Alte Weberei“, Titz-Rödingen

2010   Designmesse Frauenmuseum, Bonn

2009   Übersichtsausstellung des Keramik Kreis Limburg, Reuver(NL)

2008   „In der Hitze der Nacht“ Ausstellung, Galerie Alte Schreinerei,

           Hillesheim, Eifel

2008   Galerie “De Kunstwinkel“, Schimmert, NL

2007   2. Brüggener Kunstherbst, Burg Brüggen

2007   „Schickes Schlickerlabor“ , Kunstundkulturhaus Viersen

2007   MANU FACTUM, 23. Landesausstellung Kunsthandwerk NRW

2006   Galerie Alte Weberei Rödingen, Titz-Rödingen

2005   Museum Het Petershuis, Gennep-Niederlande

2005   MANU FACTUM, 22. Landesausstellung Kunsthandwerk NRW

2004   Galerie Marc van Meensel, Zelem Halen-Belgien

2002   Museum „de Kopermolen“ Vaals, NL

2010   3. Preis  EUREGIO-Keramikwettbewerb, B-Raeren

2018   Publikumspreis Oldenburger Keramiktage

2018   3. Preis  EUREGIO-Keramikwettbewerb, B-Raeren

Publikationen:

Ausstellung „Intern. Frauentag“ Galerie im Park,Viersen1998 (Katalog)

ART-Niederkrüchten 2002, Gemeinschaftsausstellung der Galerie HKV, Niederkrüchten (Katalog)

Design Messe 2010, Frauenmuseum Bonn (Katalog)

Keramiekgids Limburg, NL 2004-2005 und 2006-2008

MANU FACTUM 2005, 2007, 2013 und 2017 (Katalog)

Keramikführer für Deutschland, Österreich und Schweiz 2009-2011, 2012-2014, 2015-2017 und 2018-2020

KeramiekKringLimburg, Katalog zum 10-jährig. Bestehen der Stiftung

Ausstellungskatalog Angelika Jansen v.s. Anton van Eyk†, Töpfereimuseum Langerwehe 

Neue Keramik, Ausgabe 1/18 Angelika Jansen - Feuers Willkür gewünscht

40-jährigen Selbstständigkeit - Angelika Jansen Keramikdesign, Broschüre

Ausstellungskatalog "Reflexionen" Dt. Textilmuseum, Krefeld

ART AUREA, Profile, Keramikkunst (www.artaurea.de)

Die Kunsthistorikerin Sigrid Blomen-Radermacher

über Angelika Jansen

 

Die keramischen Objekte von Angelika Jansen stehen formal in der Tradition der Gebrauchskeramik. Seit etwa 15 Jahren experimentiert die Keramikerin mit Formen, in denen sie sich an die klassische Gestaltung von Gefäßen anlehnt, deren typischen Gebrauchscharakter sie jedoch weitgehend ignoriert. Es entstehen Gefäßobjekte mit Namen wie Dose, Kumme, Kapsel, Bezeichnungen, die die ursprüngliche Funktionen assoziiert, aber auch solche, die sie Zweispitzform oder Fruchtform nennt als Mittler zwischen Funktion und Objekt sowie Stelen, die sich jeder Funktion verweigern. Hochästhetisch und elegant sind diese künstlerisch autonomen Formen, die auf der Drehscheibe entwickelt werden oder in der Daumenschalentechnik, bei der geformte Hohlkörper luftdicht geschlossen und dann mit einem Holz geschlagen werden. Während dieses Vorgangs verformen sich die Körper, fallen aber nicht in sich zusammen. Basis aller Gefäßobjekte sind meist geometrische Formen wie die Kugel, das Quadrat oder das Rechteck. Alle Objekte sprechen formal eine klare, reduzierte Sprache, die die Oberflächenbearbeitung umso mehr zur Geltung bringen.

Die uralte japanisch-koreanische Technik des Raku-Brandes verhilft Jansen dazu, ihren geformten Ideen eine adäquate Oberfläche zu verleihen. Raku ist ein Rauchbrand, der auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden kann. Jansen brennt die Objekte aus grob schamottiertem Ton vor und legt sie anschließend in Kapseln verschlossen oder ungeschützt in ein mit Holzspänen gefülltes Schmauchgefäß. Je nach gewünschter Wirkung werden die Objekte mit Pflanzenteilen, Tüchern, auch Illustrierten umwickelt oder mit Salzen getränkt. Die glühendheiße Keramik entzündet die brennbaren Materialien in dem geschlossenen Gefäß. Die Objekte brennen etwa drei Stunden, bis die Glut erloschen ist. Mit Zangen werden sie der Glut entnommen, abgekühlt und abgewaschen. Der Schwelbrand im Schmauchgefäß bewirkt durch den Sauerstoffentzug eine hohe Reduktion, dadurch lagert sich Kohlenstoff in den Objekten ein, die unglasierten Flächen werden schwarz oder grau.

Mithilfe der Technik des Naked Raku hat die Keramikerin die Möglichkeit, eine „verlorene Glasur" aufzutragen. Hierbei werden die vorgebrannten Gefäße mit Glasur gesprüht und dann im 950 Grad heißen Rakuofen gebrannt. Danach lagert die Keramikerin die Objekte in einer mit Spänen gefüllten Räuchertonne. Während des Brennvorgangs schmilzt und reißt die Glasur, nach dem Abkühlen und Absprühen entsteht ein feines, dem Zufall geschuldetes Craquelé.

Angelika Jansen integriert, und dies geschieht teils vor, teils nach dem Brand, Elemente in ihre Objekte, die ihrem Wesen nach nichts mit Keramik zu tun haben: Teile von Pflanzen, alte Hölzer oder Wurzeln, Stacheln von Stachelschweinen, die die Keramikerin auf Spaziergängen entdeckt, Nägel, Stoffe, Bänder, Heftzwecke, auch ein verrosteter Schlüssel kann Eingang in das Objekt finden, indem dies Teil des Deckels wird oder den Rand eines Objektes verziert. Ein reizvoller, lebendiger Gegensatz zwischen Geformtem und Gefundenem, zwischen Artifiziellem und Organischem entsteht.

Die keramischen Objekte von Jansen bewegen sich auf einem Grat zwischen kalkulierter Planung und dem bewussten Einsatz des Zufalls. Der Einsatz des Rakubrandes erfordert von der Keramikerin, sich auf das Unvorhersehbare einzulassen. Die Arbeit wird dem Feuer übergeben, das mit den zugegebenen Materialien die Oberfläche der Gefäße gestaltet, ohne dass die Keramikerin bewusst in diesen letzten Arbeitsprozess eingreift. In der vordergründigen Zerstörungskraft des Feuers treten die konstruktiven Möglichkeiten in den Mittelpunkt. Hier scheint ein Pflanzenblatt seine feingliedrige Spur auf der Oberfläche hinterlassen zu haben, dort tauchen ungewöhnliche Farben auf, an anderer Stelle eine verrätselte Zeichnung. Angelika Jansen verbindet in ihrer künstlerischen Arbeit Welten, die nicht zusammengehören, fügt Zufall und Planung zusammen, setzt auf die schöpferische Kraft des Feuers, findet Verbindungen zwischen dem Unverbundenem und gibt auch dem Alten, Missachteten, Verworfenem und Weggeworfenem eine neue Chance und betont damit den Reiz des Vergänglichen.

© Sigrid Blomen-Radermacher